Vorfreude auf das Stadtjubiläum

Seit dem Wochenende hängen die ersten Plakate im Stadtgebiet: Vier unterschiedliche Motive weisen die Kaarster auf die Ausstellung zum Stadtjubiläum hin. „Wir wollten bewusst ein wenig provozieren und haben die Inhalte der Ausstellung auf prägnante Aussagen heruntergebrochen“, sagt Stadtarchivar Sven Woelke. So geht es unter anderem um den höchst zweifelhaften Versuch eines gewissen Ritter Reymar, sein Seelenheil durch die Schenkung seiner Frau an das Karlsforster Kloster der Zisterzienserinnen abzusichern.

Die entsprechende Urkunde aus dem Jahr 1218 belegt jedenfalls nicht nur die Auswüchse des Ablasshandels, sie ist gleichzeitig auch die Ersterwähnung des mittleralterlichen Kaarst und damit der Beginn einer belegbaren 800-jährigen Stadtgeschichte. „Ritter Reymar ist deshalb für uns der Ausgangspunkt der Ausstellung.

Wir wollen uns auf Spurensuche im mittelalterlichen Kaarst begeben“, sagt Woelke, der die Ausstellung „Karlsforst und Budica. Spuren im Mittelalter“ mit der Kulturwissenschaftlerin und Leiterin des Rheinischen Schützenmuseums Neuss, Dr. Britta Spies, erarbeitet hat.

Vom 20. April bis zum 12. Mai ist die Ausstellung im Atrium des Kaarster Rathauses zu sehen. Ab dem 17. Mai bis zum 19. Juni sind die Exponate und Schautafeln dann im Büttgener Rathaus ausgestellt. Die Spurensuche beginnt bei den belegbaren Ursprüngen, geht auf die Gründungsmythen ein und liefert Erkenntnisse
Festakt zum mittelalterlichen Alltagsleben, zu immer noch nachweisbaren Handelsrouten und der Migration. „Selbstverständlich widmen wir uns insbesondere auch dem heiligen Liudger, der vor 1225 Jahren um Büttgen gewirkt hat und dessen Heiligenschrift uns den ersten Hinweis auf Budica liefert“, sagt Woelke. Das Wirken des ersten Bischofs von Münster ist in der „Vita Sancti Liudgeri“ beschrieben – eine der ältesten Heiligenschriften überhaupt.

Am 20. April um 18 Uhr wird die Ausstellung mit einem Festakt in der Ratshausgalerie eröffnet. Bürgermeisterin Dr. Ulrike Nienhaus lädt alle Kaarster ein, mit ihr gemeinsam auf eine Zeitreise zu gehen: „Erinnern schafft Identität: Wir alle wollen wissen, wo wir herkommen. Dazu gehört neben der persönlichen Geschichte auch der Ursprung unserer Gemeinschaft als Stadt. Das Stadtjubiläum bietet uns deshalb eine wunderbare Gelegenheit, um über unsere Geschichte aber auch unsere Perspektiven zu sprechen“, so Nienhaus. Fachlich wird der Festakt durch einen Vortrag vom stellvertretenden Leiter des Historischen Archivs im Erzbistum Köln getragen: Historiker Dr. Joachim Oepen wird sich dabei selbstverständlich auch Ritter Reymar widmen. Im Anschluss an den Festakt lädt die Stadt zu einem Empfang in die Galerie des Rathauses.

 

*red

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