Zaun am Kaarster Rathaus soll Passanten am Enten-Füttern hindern

Kaarst. Dass die Enten- und Gänsepopulation in Kaarst – speziell am Teich des neuen Zentrums – seit geraumer Zeit ein Problem darstellt, ist nach wie ein großes Thema der Stadtverwaltung. Bereits am Mittwoch tagte zur Bekämpfung der Schäden und der Kosten durch Reinigungsarbeiten rund um den Teich in der schönen Parkanlage der Kaarster Stadtverwaltungsausschuss „EuG-K“, um bezüglich geeigneteren Alternativen zur bisherigen Planung das „Füttern“ der Tiere unter Strafe zu stellen, auszuarbeiten (RadioKaarst berichtete).

Auch wenn noch vergangene Diplom-Biologe Oliver Tillmanns bei einem Ortstermin im Stadtpark den Ausschussmitgliedern deutlich machte, warum dieser Ansatz von zentraler Bedeutung sei, nämlich dass das Füttern nichts mit Tierliebe zu tun habe, sondern der Natur schade, hadert die Kaarster Stadtverwaltung mit der Umsetzung des Auftrags der BUNA. Zwar sei der erzieherische Effekt der Geldstrafen durchaus ein Argument, so Walter Michelsmann, Sprecher des „EuG-K“. jedoch müssen man „zunächst einmal analysieren, welcher Personenkreis sich letztendlich mit dem Füttern der Tiere hauptsächlich berufen fühle, und das sei eben nicht der gering verdienende, angestellte Familienvater mit einer 40-Stunden-Woche und ebenso wenig die durchaus Schwerstarbeit leistende Hausfrau und Mutter zweier Kinder, alleinerziehend und auf Leistungen des Amtes angewiesen“, so Michelsmann. Es mache daher keinen Sinn, die Geldstrafe auf einen Personenkreis zu kalkulieren, der im Schnitt kaum zur verdreckten Situation beiträgt.

Aus den Beobachtungen und den durch die Verwaltung daraus entstandenen Werte der Fütterer sei es eher der nichtarbeitende Ehepartner von Führungspositionen erfolgreicher Gewerbetreibenden, oder diejenigen, die sich ihre Altersrente bereits verdient haben und gern den Enkeln am Kaarster Teich die ersten Begegnungen mit der Natur schenken wolle. Eben diesem Personenkreis ist eine Geldstrafe weitestgehend egal, denn selbst für eine an der Armutsgrenze lebende Großmutter ist die Zeit mit dem Enkelkind wertvoller als eine eher moderate Strafzahlung.

Abgesehen davon, so ergab die Tagung des Ausschusses, ist überdies die Einführung einer Geldstrafe aus betriebswirtschaftlicher Sicht ein Kostenfaktor, der wenig Potential hat, die bisherigen Kosten der gut 6 Kilogramm natürlichen Abfallbeseitigung täglich einzusparen – ganz im Gegenteil. Denn wo eine Strafe auferlegt werde, müsse auch ein Organ der Kontrolle eingeführt werden. Stichprobenartige Besuche etwaiger Beamten oder Angestellte des öffentlichen Dienstes anderer Dezernate hierzu zu beauftragen sei keine sinnvolle Idee. Am Ende müsse hierzu eine Stelle in Teilzeit geschaffen werden.

Der EuG-K empfiehlt nun als Maßnahme zur Reduzierung der Verunreinigungen und Überfütterung und somit auch teilweise ansteigender Population, die bisher ordnungswidrig Handelnden mit einer baulichen Maßnahme vom Füttern der Tiere abzuhalten. Hierzu wurde der Ausschuss durch den Betriebshandwerksleiter des Leipziger Zoos, Michael Bretken, geladen, der bereits im Vorfeld Gelegenheit hatte, die Parkanlage auf optimale Begebenheiten zu prüfen, inwieweit eine Zoo-Zaunanlage rund um das Gewässer installierbar und vor allem finanzierbar sei.
Das 35-seitige Papier (Kostenvoranschlag) beinhalte alle wesentlichen und markanten Punkte zu zukünftigen Vermeidung bisher bestehender Probleme. „An Stellen wie Brücken, Stegen oder Steilufern sei eine Netzdrahtwand notwendig um den Stadtbesucherfluss nicht zu behindern, an Stellen von weiten Ufern oder Wiesen-/ Parkanlagenflächen reiche durchaus ein Hüften hoher Holzzaun, der in zoologischer Manier sich ohne Störung in das Stadtbild einfügen könne“, so Bretken. Ob eine teilweise Bespannung, ähnlich der einer Voliere, notwendig sei, müsse man abwarten.

Bereits Anfang September könne mit dem Bau einer solchen Baumaßnahme begonnen werden, sofern der Haushalt der Stadt Kaarst die geschätzte Summe von 925 € pro laufenden Meter zur Freigabe bekommt.
„Wir glauben an diese echte Alternative zur Geldstrafe, denn Züge eines Zoos in Kaarst entstehen zu lassen, sei auch für den Handel im neuen Zentrum ein Mehrwert“ so Michelsmann. „Wir glauben aber auch, dass Leserinnen und Leser, Hörer und Hörerinnen besser nicht alles glauben sollen, was am 01. April in der Presse erscheint.“ In diesem Sinne! Wir wünschen einen tollen Ostersonntag!

*tb

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